Geschichte des Angelsportclub Crumstadt



Von der Gründung 1951 bis heute

 

 

 

 

Nach Ende des zweiten Weltkrieges, die gefangenen Soldaten kehrten wieder nach Hause zurück. Es gab viel zu tun um die schweren Kriegsschäden an den Häusern und Fabriken zu beheben. Die allerwichtigste Tätigkeit war jedoch dafür zu sorgen, daß die Menschen wieder satt zu essen bekamen. Dazu trug auch der Fischfang an unseren Rhein u. Altrheinstrecken bei.
Am 20.10.1951 trafen sich bei Wilhelm Hofmann, Crumstädter Angler um unseren Verein zu Gründen. Es waren die Sportfreunde: Wilhelm Hofmann, Georg Steuernagel, Ernst Martin, Peter Hebermehl, Carlo Gondola, Mario Titchin, Hans Adrian, Martin Schulz und Franz Schreyer.
Diese Männer gründeten also den Angelsportclub 1951 Crumstadt.

Der 1. Vorstand bestand aus:
1.Vorsitzender: Ernst Martin
Rechner: Wilhelm Hofmann
Schriftführer: Martin Schulz
Gewässerwart: Franz Schreyer

Vereinslokal war vorerst die Wohnung von W. Hofmann, ab 6. Januar wurde die Gastwirtschaft Gams als Vereinslokal bestimmt. Die damalige Aufnahmegebühr wurde mit DM 2,- festgelegt.
Als Vereinszweck wurde damals in erster Linie, neben der Angelfischerei die Geselligkeit und Solidarität zwischen den Menschen genannt. Es war Pflicht, die Versammlungen zu besuchen, dieselben wurden schnell abgehalten, damit man bis tief in die Nacht das gemütliche Beisammensein und das Kartenspielen pflegen konnte.
Die Gründungsmitglieder waren alle beim Stockstädter Angelverein organisiert. Der Grund für die ASC-Gründung war das Fahrproblem. Es mußten alle Versammlungen und Treffen mit dem Fahrrad besucht werden, was bei der langen Dauer der damaligen Versammlungen immer ein Problem bei der Heimfahrt mit sich brachte. Es bestanden noch jahrelang herzliche Kontakte zu Stockstadt.
Am 18.5.1952 wurde das erste Preisangeln veranstaltet. Um 5:15 Uhr traf man sich und fuhr gemeinsam mit dem Rad zum Angelplatz ans Pfungstädter Bootshaus. Preise konnten aus Geldmangel keine vergeben werden. Es wurde für 10,- DM Schnaps gekauft und am Wasser gemeinsam getrunken.
Das 2. Angeln wurde am 12. Oktober durchgeführt, Startgebühr war 1,- DM.
Im Sommer 1953 war der Mitgliederstand auf 20 aktive Angler angewachsen. Es wurde der Posten des 2. Vorsitzenden eingeführt. Georg Steuernagel bekleidete dieses Amt als erster. Das Anangeln wurde am 3.4. bei einer Mark Startgebühr durchgeführt. Es wurde für 50,- DM Preise vergeben. Am Abend wurde mit den Frauen und Bekannten gemütlich gefeiert. Als Besonderheit ist zu vermerken, daß Hans Adrian mit der Angel einen Nutria gefangen hat. Der Haushalt verzeichnete 237,- DM Einnahmen und 171,- DM Ausgaben.
Am 12.2.1955 war der erste gesellschaftliche Höhepunkt. Es wurde beim Funke-Bäcker ein Kappenabend nur für Mitglieder und Bekannte gefeiert. Im selben Jahr wurde in Ginsheim und Dieburg je ein Nachen für ca. 220,- DM gekauft. Des weiteren wurde die Mitgliedschaft im VDSF Hamburg aufgelöst.
Am 21.4.1956 wird Franz Schreyer für 50 jährige Fischereitätigkeit geehrt. Der 1. Vorsitzende gibt als Anlass seiner Vermählung ein Essen. Ende der Versammlung ist 3:00 Uhr morgens. Die Vereinstätigkeit bestand damals hauptsächlich neben der Angelei mit der Beschaffung der Angelerlaubnisscheine, was wegen der begrenzten Anzahl sehr schwer war.
Weiterhin hatten die Angler schon große Probleme überall ans Wasser zu kommen, und noch schlimmer war die zunehmende Verschmutzung der Fliesgewässer. Das Ereignis 1956 war der Rücktritt des 1. Vorsitzenden Ernst Martin. Als neuer 1. Vorsitzender wurde Franz Schreyer gewählt. Die Mitgliederzahl betrug 24 Angler, der 2. Vorsitzende, W. Hofmann, ist wegen einer Beitragserhöhung von 0,15 DM aus dem Verein ausgetreten. Es wurde beantragt, das bei Nichtbesuchen der Versammlung , ein Vereinsausschluss erfolgt. Weiter wurde betont, Ehrenzeichen immer öffentlich zu tragen, sonst gibt es eine Strafe von 0,50 DM.
Ab 1960 wird regelmäßig gemeinsam am Main geangelt. Die Tageskarte kostete 4,- DM. Solidarität wird in unserem Verein groß geschrieben. Für den kranken H.Potter wurden 30,50 DM gesammelt; Er war 1 Jahr in einem Sanatorium.
1964 wird Walter Werk neuer Rechner des Vereines, die Mitgliederzahl ist auf 26 Angler gestiegen ( alle waren Aktive). Ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte ist der 26.6.1965, die Gemeinde Crumstadt erlaubt dem Verein, Fische im Baggersee einzusetzen. Es musste auch der Verlust eines Angelkameraden, Adam Strohauer, der auf dem Weg zum Angelgewässer tödlich verunglückte, hingenommen werden. Am Rhein und in den Lachen wurden eifrig Fische (zentnerweise) gefangen und in den See eingesetzt.
Die Fische mussten gefüttert werden. hierzu wurde eine Futterumlage von 5,- DM erhoben. Es wurden 20 Arbeitsstunden für die Herrichtung des Angelgewässers beschlossen. Wer seine Stunden nicht ableisten konnte musste 4,-DM je Stunde bezahlen.
Am 8.11.1966 wurde eine Gewässerumlage von 10,-DM beschlossen. Es wurden 11000 Fische eingesetzt, davon 2200 Edelfische. Ernst Martin wurde wieder 1. Vorsitzender. Im Jahr 1967 trat das 1. Fischsterben ein, es verendeten ca. 250 Edelfische.
1968 wurde das erste mal geangelt, das Ergebnis war leider unbefriedigend. Der Betrag 2,- DM, die Umlage auf 10,-DM festgesetzt. Im selben Jahr verstarb der ehemalige 1. Vorsitzende Franz Schreyer.
Der Verein hat 35 Mitglieder. Am 1.2.1969 wird Hans Adrian neuer 1. Vorsitzender.
Am Teich durften Wochentags nur Weissfische gefangen werden. An Samstag und Sonntag wurden die Plätze verlost zum fangen von Edelfischen. Für Neumitglieder wird eine Umlage von 150,-DM erhoben. Es wurden 1073 Arbeitsstunden im Jahr geleistet. Sportfreund Walter Werk beschaffte kostenlos Holz um unsere Hütte zu bauen, diese darf nur als Unterstand bei schlechtem Wetter benutzt werden.
1970 wird für Fischbesatz 1000,-DM ausgegeben. Die Mitgliederzahl beträgt zur Zeit 28 Aktive. Es wird am Teich das 1. gesellige Beisammensein gefeiert. Weiter wurden 2 bunte Abende mit vielen bekannten Künstlern, wie z.B., Fred van Geez, im großen Volkshaussaal vor großer Kulisse veranstaltet.
Sowas hatte Crumstadt noch nicht gesehen!
Der Beitrag wurde auf 4,-DM festgesetzt und es mussten 15 Arbeitsstunden geleistet werden. Der Haushalt betrug 2140,-DM im Soll u. Haben. Als Besonderes ist zu vermerken: Sportfreund Willi Liebig hat 2 Eimer Wasser aus dem Teich entnommen und hat seine Autoscheiben gereinigt, der 1. Vorsitzende hat mit einer Handangel ohne Rolle Köderfische gefangen, beiden wurde ein strenger Verweis erteilt.
1971 wurde wieder ein schönes Hüttenfest gefeiert. Beim Abangeln beteiligten sich 35 Sportfreunde.
1972 wurde die erste Hüttenvergrößerung durchgeführt. Die Mitgliederzahl ist mittlerweile auf 44 aktive Angler angestiegen.
Am 1.1.1973 ist der Angelsportclub aus dem Landesverband Hessen ausgetreten. Im selben Jahr war das große Zandersterben, es wurden ca. 80 tote Fische bis 6 Pfund Gewicht gezählt. Weiter wurde der Teich zur heutigen Größe erweitert.
Der Beitrag betrug 6,- DM bei 6 Arbeitsstunden im Jahr. Die Aufnahmegebühr für Neumitglieder betrug 170,-DM. Bei der Gestaltung der Maifeier ist unser Verein mitbeteiligt. Unser Rentner Georg Schaffner wird zum Ehrenmitglied ernannt.
1993 musste wegen einer schweren Erkrankung unser langjähriger 1. Vorsitzender Hans Adrian seine Vereinstätigkeit schweren Herzen einstellen. Als neuer 1. Vorsitzender wurde Michael Hauptmann gewählt. Der Wechsel in der Vereinsführung, hat sich auch wegen der generellen Verjüngung der Vorstandsmitglieder sehr positiv ausgewirkt. Es wurden Veranstaltungen, wie z.B., Straßenfeste, der Historische Markt, Weinproben, Ausflüge, Weinnachtsfeiern am Teich mit großem Interesse veranstaltet.
Unser Aushängeschild, das Teichfest im September, wurde weiter ausgebaut und attraktiver für unsere Mitmenschen aus Nah und Fern gestaltet. Der Ausbau und Erhalt unseres Gewässers erfordert alle Jahre große Anstrengungen und viel Geld. So wurde ein langes Elektrokabel vom Wasserhof zur Hütte verlegt. Dadurch konnten wir eine Teichbelüftungsanlage einbauen. Weiterhin wurden Stege zum Schutze des Schilfgürtels gebaut. Der Bewuchs wird jährlich ergänzt und gepflegt, damit ein Stück Natur für Tier und Mensch erhalten werden kann.
Zum Schluss sei allen Vereinsmitgliedern gedankt, die in den letzten 50 Jahren mitgeholfen haben den Verein mit Leben zu erfüllen, ganz besonders dem 1997 verstorbenen Hans Adrian.
Weiter möchten wir unserer Gemeinde für die Überlassung des Gewässers und der allgemeinen Unterstützung Dank sagen.
Zum Schluss bedanken wir uns sehr herzlich, bei unseren Crumstädter Mitbürgern und Besuchern, die alljährlich durch ihr kommen uns in die Lage versetzen unser Angelgewässer und die Vereinsarbeit erfolgreich zu gestalten.


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